Meldung vom 26.06.2026

Kelag kombiniert erstmals Batteriespeicher mit einem Laufwasserkraftwerk

Eroeffnung Batteriespeicher Schuett © Kelag/Henry Welisch

v.l.n.r.: Reinhard Antolitsch (Bürgermeister Marktgemeinde Arnoldstein), Sebastian Schuschnig (Landesrat für Energie und Energieförderung), Reinhard Draxler (Kelag-Vorstand), Philipp Lobnig (CFO von neoom), Thomas Eiper (ANDRITZ-Projektleiter) und Christian Rupp (Kelag Leitung Erzeugung/Technische Services)

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Die Kelag erweitert ihre Infrastruktur mit der Inbetriebnahme ihres ersten Batteriespeichers. Der Speicher ist mit dem größten Laufkraftwerk des Unternehmens gekoppelt, dem Kraftwerk Schütt an der Gail in der Marktgemeinde Arnoldstein. Dadurch wird ein wesentlicher Beitrag zu mehr Flexibilität im Energiesystem geleistet. Ein wesentlicher Vorteil dieses Systems entsteht durch die Kopplung der Wasserkraft mit dem Batteriespeicher: Die Wasserkraft liefert gleichmäßig, planbar und zuverlässig Energie. Der Batteriespeicher kann während Bedarfsspitzen sofort reagieren und zusätzliche Energie einspeisen. Bei niedrigem Strombedarf oder hoher Erzeugung wird der Batteriespeicher direkt über das Wasserkraftwerk wieder aufgeladen.

Höhere Netzstabilität und Versorgungssicherheit

„Der erste Kelag-Batteriespeicher spielt eine wichtige Rolle bei der effizienten Nutzung erneuerbarer Energie aus Wasserkraft. Wir erhöhen damit die Flexibilität unserer Erzeugungsanlagen und stärken die Versorgungssicherheit. Die Anlage gleicht Schwankungen in der Stromerzeugung aus und ermöglicht eine bedarfsgerechte, flexible Einspeisung“, erläutert Kelag-Vorstand Reinhard Draxler. „Mit einem Investitionsvolumen von rund drei Millionen Euro haben wir dieses Projekt innerhalb eines Jahres umgesetzt. Der Batteriespeicher trägt dazu bei, das Stromnetz zu stabilisieren und ermöglicht es, das Laufwasserkraftwerk vielseitiger und bedarfsgerecht einzusetzen“, so Reinhard Draxler. 

Hybridlösung erhöht die Flexibilität

Durch die Kombination von Batteriespeicher und Kaplan-Turbine wurde das Laufkraftwerk Schütt zu einem flexibel steuerbaren Energiesystem weiterentwickelt. Während die Wasserkraftanlage weiterhin durchgehend Strom erzeugt, ermöglicht der Batteriespeicher eine gezielte Steuerung der Einspeisung und eine effizientere Nutzung der verfügbaren Wassermengen. Der Batteriespeicher ist mit einer Leistung von 2 Megawatt und einer Erzeugungskapazität von vier Megawattstunden ausgestattet.

Umgesetzt wurde das Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit dem oberösterreichischen Unternehmen neoom sowie dem Anlagenbauer Andritz Hydro GmbH. neoom stellte die Speicherlösung bereit, während Andritz die Regelungstechnik lieferte und die elektrotechnische Einbindung in die bestehende Kraftwerksanlage realisierte.

„Das Projekt Batteriespeicher Schütt II zeigt eindrucksvoll, wohin die Reise im Bereich industrieller Energiespeicher geht: weg von isolierten Einzelanlagen, hin zu intelligenten Hybridkraftwerken, die Versorgungssicherheit und Marktflexibilität vereinen. Mit 16 TERRA-Speichersystemen und einer Leistung von 2 Megawatt sowie einer Kapazität von knapp 4 Megawattstunden haben wir gemeinsam mit der Kelag und Andritz Hydro ein System geschaffen, das nicht nur schnell auf Netzanforderungen reagiert, sondern gleichzeitig die mechanische Belastung der Wasserkraftanlage deutlich reduziert. Für neoom zeigt dieses Projekt, dass die Zukunft der Energiewirtschaft in intelligent vernetzten Systemen liegt, die Erzeugung, Speicherung und Flexibilität miteinander verbinden“, sagt Nikolas Iwan, CEO von neoom.

Andritz-Projektleiter, Thomas Eiper ergänzt: „Das Batterieprojekt Schütt II markiert einen bedeutenden Schritt in Richtung einer nachhaltigen und stabilen zukünftigen Energieversorgung. Bewährte Technologie trifft auf modernste Technik, um gemeinsam dazu beizutragen, das Stromnetz zu stabilisieren und Blackouts vorzubeugen. ANDRITZ ist sehr stolz darauf, dass dieses Projekt in enger Zusammenarbeit mit den Partnern Kelag und neoom realisiert werden konnte und wir dadurch einen wichtigen Beitrag zu einer sicheren Energiezukunft in Österreich leisten können.“ 

„Innovative Projekte wie wir sie hier sehen, z.B. die Kombination von Wasserkraft und Batteriespeicher, zeigen, wie wir bestehende erneuerbare Energien noch effizienter und flexibler nutzen können. Mit dem Erneuerbaren-Ausbau wächst auch die Bedeutung moderner Speicherlösungen. Sie werden für eine sichere und stabile Stromversorgung immer wichtiger und sind deshalb auch ein wesentlicher Baustein der Energiewende. Als Land Kärnten setzen wir daher einen gezielten Fokus auf dieses Thema, mit dem Ziel, die Versorgungssicherheit zu stärken und unsere Stromnetze effektiv zu entlasten“, so Landesrat Sebastian Schuschnig.

In der Marktgemeinde Arnoldstein hat der Kelag-Konzern bereits mehrere nachhaltige Energieprojekte umgesetzt: So nutzt die Kelag Energie & Wärme die Energie der Kärntner Restmüllverwertungs GmbH (KRV) zur Erzeugung von Wärme und Strom und errichtete eine PV-Anlage für das Unternehmen Tribotecc. Seit April produziert die Anlage der Kelag Wasserstoff für den öffentlichen Nahverkehr am Gelände der KRV. Bürgermeister Reinhard Antolitsch hebt diese langjährige Partnerschaft hervor: „Ich freue mich, dass die Zusammenarbeit der Marktgemeinde Arnoldstein und der Kelag, durch die Errichtung eines Batteriespeichers, weitere positive Früchte trägt. Als langjährige e5-Gemeinde ist uns Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und zukunftsorientierte Umweltpolitik seit jeher ein wichtiges Anliegen. Wichtig ist auch, dass das Zusammenwirken von Wasserkraftwerk mit einem Batteriespeicher einen wesentlichen Beitrag zur Stabilität des Stromnetzes und damit der Versorgungssicherheit für unsere Bevölkerung leistet.“

Der Kelag-Konzern ist einer der führenden Energiedienstleister in Österreich.

Die Konzernunternehmen sind in den Geschäftsfeldern Strom, Gas und Wärme österreichweit tätig, mit dem Schwerpunkt in Kärnten. Das 1923 gegründete Unternehmen hat umfassende Erfahrung im Erzeugen, Beschaffen, Verteilen und Verkaufen von leitungsgebundener Energie. Die Kelag gehört zu den großen Stromerzeugern aus erneuerbarer Energie - Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik - in Österreich. Das Tochterunternehmen Kelag Energie & Wärme ist der größte österreichweit tätige Anbieter von Wärme auf Basis von Biomasse und industrieller Abwärme. Die Kärnten Netz nimmt den Verteilernetzbetrieb für Strom und für Gas in Kärnten wahr. Internationale Aktivitäten in den Geschäftsfeldern Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik sowie der Energiehandel im Ausland sind in der Kelag International gebündelt.

Neben dem Ausbau der Nutzung regenerativer Energieträger im In- und Ausland liegt der Schwerpunkt der Kelag auf Aktivitäten zur nachhaltigen Verbesserung der Energieeffizienz. Dazu zählen beispielsweise Energieeffizienz- oder Energiemanagementlösungen wie Photovoltaik, Smart Metering und Smart Home. Darüber hinaus beschäftigt sich die Kelag mit den strategischen Entwicklungsfeldern E-Mobilität und Breitband/Glasfaser. Mit einem Konzernumsatz von € 1.842 Mio. und 2.147 qualifizierten Beschäftigten zählt der Kelag-Konzern zu den Kärntner Leitbetrieben.
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Eroeffnung Batteriespeicher Schuett
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