Meldung vom 18.02.2026

Villach setzt Maßstäbe in der Wärmewende: Strategische Investitionen in eines der leistungsfähigsten Fernwärmenetze Österreichs

Pressegespräch_Kelag Energie & Wärme & Stadt Villach 2 © Kelag (c) Henry Welisch

v.l.n.r.: Dietmar Waiboda (früherer Abteilungsleiter Kläranlage Villach), Herwig Töscher (Stv. Geschäftsgruppenleiter Stadt Villach), Florian Presslaber (Abteilungsleiter Kläranlage Villach), Christoph Herzeg (Geschäftsführer Kelag Energie & Wärme), Kelag-Vorstand Reinhard Draxler, Bürgermeister Günther Albel, Adolf Melcher (Sprecher der Geschäftsführung der Kelag Energie & Wärme), Andrea Domberger (Geschäftsführerin Kelag Energie & Wärme) und Harald Moser (Projektleiter Kelag Energie & Wärme).

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Die Kelag Energie & Wärme und die Stadt Villach treiben den Ausbau der Fernwärmeversorgung gemeinsam voran. Dafür investiert die Kelag Energie & Wärme bis 2029 rund 30 Millionen Euro in den Ausbau des Fernwärmenetzes, beschleunigt damit die Dekarbonisierung und stärkt die Versorgungssicherheit. Villach zählt bereits heute zu den führenden Fernwärmestandorten Österreichs. Das Fernwärmenetz in der Stadt ist das siebtgrößte in Österreich und liefert den Kund:innen schon jetzt mehr als 90 Prozent Energie aus erneuerbaren Quellen. Biomasse und industrielle Abwärme sind die tragenden Säulen, ergänzt durch erste Anwendungen im Bereich Solarthermie. Ausgehend von dieser starken Basis entwickelt die Kelag Energie & Wärme das System nun gezielt weiter und baut es zukunftssicher aus.

Gemeinsam mit der Stadt Villach setzt die Kelag Energie & Wärme ein weiteres strategisches Leuchtturmprojekt um: die Nutzung der Abwärme aus der stadteigenen Kläranlage für die Fernwärmeversorgung. Die Energie des gereinigten Abwassers mit Temperaturen zwischen rund 10 und 20 Grad Celsius wird künftig über sechs Großwärmepumpen effizient auf ein Temperaturniveau von etwa 75 Grad Celsius angehoben und in das Rücklaufsystem der Fernwärme eingebunden. Die Integration erfolgt über das Biomasseheizwerk St. Agathen, sodass die bestehende Infrastruktur der Kelag Energie & Wärme intelligent genutzt und optimal ergänzt werden kann.

„Villachs Fernwärmesystem ist schon jetzt vorbildlich nachhaltig. Das neue Projekt unterstreicht unsere Vorreiterrolle beim Thema städtische Wärmewende. Mit innovativer Technologie und langfristiger Strategie schaffen wir für unsere Bürgerinnen und Bürger eine Wärmeversorgung, die klimaneutral, wirtschaftlich sinnvoll und verlässlich ist“, sagt Villachs Bürgermeister Günther Albel.

Strategische Entscheidung für erneuerbare Energie
„Die Fernwärme Villach ist ein besonders gutes Beispiel dafür, wie der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien gelingen kann – weg von fossiler Abhängigkeit hin zu Unabhängigkeit vom Ausland, regionaler Wertschöpfung und Klimaschutz“, sagt Reinhard Draxler, Vorstand der Kelag. Vor rund 20 Jahren wurde nahezu der gesamte Fernwärmebedarf in Villach mit Erdgas gedeckt. Nach einer strategischen Neuausrichtung stammen heute 90 Prozent der genutzten Fernwärme aus erneuerbarer Energie. Reinhard Draxler: „Das ist umso bemerkenswerter, weil sich der Fernwärmeabsatz in Villach seither durch konsequente Ausbauten und Investitionen mehr als verdreifacht hat. Viele kleine und große Schritte waren dafür notwendig, nun setzt die Kelag Energie & Wärme diesen Weg weiter fort.“ Mit der Nutzung der Abwärme aus der städtischen Kläranlage erweitert die Kelag Energie & Wärme ihr Erzeugungsportfolio in Villach um eine weitere zentrale Säule der erneuerbaren Wärmeversorgung. „Ab dem Jahr 2028 können wir den Einsatz fossiler Energieträger sowie von Biomasse weiter reduzieren, gleichzeitig steigern wir die Effizienz des Gesamtsystems“, erläutert Adolf Melcher, Sprecher der Geschäftsführung der Kelag Energie & Wärme. „Die Nutzung der Energie im gereinigten Abwasser für die Fernwärme steht exemplarisch für den Anspruch, jede regional verfügbare Energiequelle sinnvoll und verantwortungsvoll zu erschließen.“

Weiterentwicklung des Gesamtsystems der Fernwärme in Villach
Das Projekt ist als Bestandteil eines ganzheitlichen Investitionspakets konzipiert. Neben der neuen Wärmepumpentechnologie investiert die Kelag Energie & Wärme in die Versorgungssicherheit und die Leistungsfähigkeit des Netzes in Villach. Melcher: „Mit einer zusätzlichen Fernwärmeleitung vom Heizwerk St. Agathen in Richtung Innenstadt stärken wir die Redundanz, erhöhen die Betriebssicherheit und schaffen die Voraussetzung für weiteres Wachstum des Fernwärmenetzes. Damit können wir den kontinuierlich steigenden Wärmebedarf von Wohnungskund:innen ebenso zuverlässig bedienen wie den Bedarf von Industrie- und Großkund:innen.“
In Summe investiert die Kelag Energie & Wärme knapp 30 Millionen Euro in den Standort Villach. Rund 9 Millionen Euro werden für die Wärmepumpenanlage aufgewendet, rund 6 Millionen Euro für hydraulische Anpassungen und Maßnahmen zur Absicherung des Netzbetriebs sowie etwa 15 Millionen Euro für den weiteren Netzausbau. „Dieses Investitionsvolumen ermöglicht den Anschluss zusätzlicher Kund:innen mit einem Wärmebedarf von rund 25 Millionen Kilowattstunden pro Jahr, was etwa dem Bedarf von 5.000 Wohnungen entspricht“, sagt Adolf Melcher.

Regionale Wertschöpfung und Unabhängigkeit
Diese zusätzlichen 25 Millionen Kilowattstunden entsprechen einem Energieäquivalent von etwa 2,5 Millionen Litern Heizöl, die künftig nicht mehr verbrannt werden. Reinhard Draxler: „So leistet dieses Projekt einen klar quantifizierbaren Beitrag zur CO₂-Reduktion und zur weiteren Ökologisierung des urbanen Raums.“

Steckbrief Fernwärme Villach
Die Fernwärme Villach zählt mit einer Wärmeeinspeisung von über 300 Millionen Kilowattstunden zu den 10 größten Fernwärmenetzen in Österreich. Das Leitungsnetz in der Draustadt umfasst rund 150 Kilometer. Die Fernwärme Villach stammt zu rund 90 Prozent aus verschiedenen erneuerbaren Quellen. Dazu gehört die Abwärme der Kärntner Restmüllverwertungs GmbH und der ABRG- Abfall Behandlung & Recycling GmbH in Arnoldstein, Abwärme der Omya sowie Biomasse aus mehreren Heizwerken. Erdgas dient nur noch zur Spitzenabdeckung und als Ausfallsreserve.

Als 100%-ige Tochtergesellschaft der Kelag bietet die Kelag Energie & Wärme seit über 50 Jahren Gesamtlösungen im Bereich Energie und Wärme für ganz Österreich. Vom Einfamilienhaus bis zum Konzern, von der reinen Stromlieferung bis zum Abwärme-Projekt, von der Erdgas-Versorgung bis zur Wartung und Betriebsführung - unsere Lösungen sind nicht nur individuell und zuverlässig, sondern auch nachhaltig. So sind wir Marktführer im Bereich der Wärmeerzeugung aus Biomasse und dem Einsatz von industrieller Abwärme und der größte österreichweit tätige Wärmedienstleister. Vervollständigt wird dieses Spektrum durch das innovative Produktportfolio im Bereich Strom und Erdgas für Business-Kunden. Die Kelag Energie & Wärme entwickelt auch neue Geschäftsbereiche, wie z. B. die Digitalisierung von Heizkostenabrechnungen bis hin zu kompletten Wohnbauten mittels IoT (Internet of Things).
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