Meldung vom 11.04.2026

Kelag eröffnet Kärntens erste Wasserstoffproduktion für den Nahverkehr

20260413_Kelag_Eröffnung Wasserstoffanlage Arnoldstein © © Kelag

Eröffnung der Kelag-Wasserstoffanlage am Standort der Kärntner Restmüllverwertungs GmbH (KRV) in Arnoldstein gemeinsam mit den Partnern am Projekt: v.l.n.r.: Adrian Plessin, Leiter der Regierungsabteilung 7, Kelag-Vorstand Reinhard Draxler, Landesrat Sebastian Schuschnig, Kelag-Vorstand Danny Güthlein, Günther Albel, Geschäftsführer der Kärntner Entsorgungsvermittlungs GmbH (KEV), Bürgermeister Reinhard Antolitsch, Vorstände der Österreichischen Postbus AG Alfred Loidl und Roman Krebs, Kelag-Projektleiter Christian Wallner.

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Die Kelag hat heute auf dem Gelände der Kärntner Restmüllverwertungs GmbH (KRV) in Arnoldstein eine Elektrolyseanlage zur Produktion von grünem Wasserstoff offiziell eröffnet. Die KRV ist ein gemeinsames Unternehmen der Kelag und der Kärntner Entsorgungsvermittlungs GmbH.

Die Wasserstoffanlage wurde im Rahmen des Projekts „DeCarB – Decarbonising Carinthian Bus Transport“, einer Initiative des Landes Kärnten, errichtet und ist ein Meilenstein für den klimafreundlichen Regionalverkehr in Villach. Das Projekt DeCarB wird gemeinsam mit dem Land Kärnten, Postbus, Gutmann sowie dem Verkehrsverbund Kärnten umgesetzt.

Im Rahmen der heutigen Eröffnung betonte Energie- und Verkehrslandesrat Sebastian Schuschnig, man komme in Arnoldstein innerhalb eines Jahres vom Spatenstich zur tatsächlichen Wasserstoff-Produktion. „Mit der Elektrolyseanlage wird aus einer Vision Realität. Kärnten produziert ab sofort grünen Wasserstoff aus regionaler, erneuerbarer Energie – und wird damit Österreichs erste Wasserstoff-Busflotte im Regionalverkehr versorgen. Die heutige Eröffnung ist ein wesentlicher Schritt bei der Umsetzung der Kärntner Wasserstoffstrategie sowie des Leuchtturmprojektes „DeCarB“ und zeigt das Potenzial einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft für den heimischen Standort“, so Schuschnig. Kärnten zähle damit zu den Vorreitern bei der Dekarbonisierung des öffentlichen Verkehrs und positioniere sich weiter als ein wichtiger Innovationsstandort für Wasserstofftechnologie: „Mein großer Dank gilt unseren Projektpartnern für ihre Weitsicht und ihren Mut, dieses Projekt gemeinsam zu realisieren. Aus erneuerbarer Energie emissionsfreien Wasserstoff für 36 Busse zu produzieren, ist ab heute keine bloße Idee mehr, sondern gelebte Realität. Wir werden mit diesem Projekt auch wichtige Erkenntnisse für die Wasserstoff-Zukunft unseres Landes gewinnen“, erklärte der Landesrat.

Grüner Treibstoff aus der Region für Villach
Mit einer Leistung von bis zu drei Megawatt erzeugt die Anlage ab Mai 2026 emissionsfreien Wasserstoff. Von dieser insgesamt verfügbaren Leistung wird in etwa ein Megawatt direkt für die Versorgung der neuen Wasserstoffbus-Flotte eingesetzt, während die verbleibenden zwei Megawatt zur Versorgungssicherheit sowie für zukünftige weitere Anwendungen im Mobilitäts- und Industriesektor bereitstehen. Für den Aufbau der Anlage und der dazugehörigen Infrastruktur hat die Kelag rund 16 Millionen Euro investiert.

„Wir sind stolz darauf, im Vollbetrieb jährlich rund 140 Tonnen grünen Wasserstoff zu erzeugen. Damit können wir 36 Postbus‑Fahrzeuge mit einer täglichen Reichweite von bis zu 500 Kilometern im Regionalverkehr von Villach versorgen. In der finalen Ausbaustufe können wir die Produktion sogar auf bis zu 400 Tonnen pro Jahr erhöhen. Besonders hervorzuheben ist die zeitliche Effizienz: Ein Betankungsvorgang dauert nur acht Minuten“, erklärt Kelag Vorstand Danny Güthlein. Mit einem Wasserstoff Transport-LKW von Arnoldstein nach Villach können täglich 36 Busse pro Tag betrieben werden und dafür benötigt die Elektrolyseanlage nicht mehr als eine einzige Badewanne Wasser pro Stunde. „Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn engagierte Partner zusammenarbeiten. Der bestehende Industriestandort am Gelände der KRV in Arnoldstein wird damit nachhaltig genutzt und profitiert von der vorhandenen verkehrstechnischen Infrastruktur“, so Güthlein.

Günther Albel, Geschäftsführer der Kärntner Entsorgungsvermittlungs GmbH (KEV), dem Zusammenschluss von fünf Kärntner Abfallwirtschaftsverbänden: „Ich freue ich mich über die neue Wasserstoffanlage. Als konsequente und positive Weiterentwicklung ergänzt sie das bestehende Gefüge der KRV ideal. Mit innovativen Technologien wird der Standort, an dem bereits Strom und Fernwärme produziert werden, langfristig erfolgreich positioniert. Es ist ein starkes Signal für unsere Region.“

Zwei Anlagen sichern zuverlässigen Betrieb
Kelag‑Vorstand Reinhard Draxler hebt die Vorkehrungen für Versorgungssicherheit hervor und betont, dass hier auf ein vollständig doppelt ausgelegtes Anlagensystem gesetzt wird: „Zwei parallele Erzeugungslinien sichern die kontinuierliche Produktion und gewährleisten eine zuverlässige Lieferung. Mein besonderer Dank gilt allen Kooperationspartnern und Mitwirkenden, die diese hohe technische Qualität möglich gemacht haben. Die Anlage steht zugleich für unsere Technologieoffenheit und die Nutzung regionaler erneuerbarer Energiequellen.“

Lokale Wertschöpfung
Reinhard Antolitsch, Bürgermeister der Marktgemeinde Arnoldstein, zeigt sich erfreut, dass mit der neuen Kelag-Wasserstoffanlage auch konkrete regionale Wertschöpfung verbunden wird: „Mit der Inbetriebnahme der Kelag-Wasserstoffanlage in unserer Marktgemeinde Arnoldstein, wird eine weitere zukunftsweisende Maßnahme zum Thema Klima- und Umweltschutz realisiert. Für Investitionen in eine enkeltaugliche Zukunft haben wir immer ein offenes Ohr. Zusätzlich wird auch für unsere Gemeinde eine Wertschöpfung generiert, zumal das heimische Unternehmen, die Firma Maurer, den Transport des Wasserstoffs übernommen hat.“

Europäische Benchmark: Realisierung in Rekordzeit
Die Kelag realisierte die Anlage in einem im europäischen Vergleich äußerst schnellen Tempo: Zwischen der gewerberechtlichen Genehmigung im Jänner 2025 und der ersten Wasserstoffproduktion im Februar 2026 lagen lediglich 13 Monate.

Der Kelag-Konzern ist einer der führenden Energiedienstleister in Österreich.

Die Konzernunternehmen sind in den Geschäftsfeldern Strom, Gas und Wärme österreichweit tätig, mit dem Schwerpunkt in Kärnten. Das 1923 gegründete Unternehmen hat umfassende Erfahrung im Erzeugen, Beschaffen, Verteilen und Verkaufen von leitungsgebundener Energie. Die Kelag gehört zu den großen Stromerzeugern aus erneuerbarer Energie - Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik - in Österreich. Das Tochterunternehmen Kelag Energie & Wärme ist der größte österreichweit tätige Anbieter von Wärme auf Basis von Biomasse und industrieller Abwärme. Die Kärnten Netz nimmt den Verteilernetzbetrieb für Strom und für Gas in Kärnten wahr. Internationale Aktivitäten in den Geschäftsfeldern Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik sowie der Energiehandel im Ausland sind in der Kelag International gebündelt.

Neben dem Ausbau der Nutzung regenerativer Energieträger im In- und Ausland liegt der Schwerpunkt der Kelag auf Aktivitäten zur nachhaltigen Verbesserung der Energieeffizienz. Dazu zählen beispielsweise Energieeffizienz- oder Energiemanagementlösungen wie Photovoltaik, Smart Metering und Smart Home. Darüber hinaus beschäftigt sich die Kelag mit den strategischen Entwicklungsfeldern E-Mobilität und Breitband/Glasfaser. Mit einem Konzernumsatz von € 1.842 Mio. und 2.147 qualifizierten Beschäftigten zählt der Kelag-Konzern zu den Kärntner Leitbetrieben.
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