Meldung vom 09.07.2026

Großbaustelle auf 1.700 Metern: Kelag erweitert Wurtenspeicher

Wurtenspeicher_041 © © Kelag

Großbaustelle am Wurtenspeicher. Am Foto v.l.n.r.: Kelag-Vorstand Reinhard Draxler, Mario Körbler, Kelag-Projektleiter, Franz Redl, Vorstandsmitglied STRABAG AG Österreich, Christian Rupp, Leiter Kelag-Erzeugung/Technische Services, STRABAG-Projektleiter Maximilian Rutar.

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Die Kelag setzt mit der Sanierung und Erweiterung des Wurtenspeichers ein großes Infrastrukturprojekt für die Stromerzeugung aus Wasserkraft um. Im Frühjahr 2025 haben dafür die Bauarbeiten begonnen. Mit dem Projekt wird das Volumen des Wurtenspeichers, einem zentralen Speicher der Kraftwerksgruppe Fragant, von derzeit 2,7 Millionen Kubikmetern auf 5 Millionen Kubikmeter Wasser nahezu verdoppelt. Zur Verdeutlichung der Größenordnung des Projekts: Der fertige Ausbau entspricht dem Inhalt von rund 2.000 olympischen Schwimmbecken.

Zu der Kraftwerksgruppe Fragant der Kelag gehören 15 Speicher, Triebwasserwege auf einer Gesamtlänge von rund 79 km und 10 Kraftwerke, die insgesamt rund 800 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen, was einem Jahresbedarf von etwa 225.000 Haushalten entspricht. „Der Wurtenspeicher übernimmt für die Kraftwerksgruppe Fragant eine Schlüsselrolle. Durch die nahezu Verdoppelung des Speichervolumens auf 5 Millionen Kubikmeter erhöhen wir deutlich die Flexibilität unserer Erzeugung und stärken gleichzeitig die Versorgungssicherheit. Das Projekt ist ein wichtiger Baustein für ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Energiesystem. Mit einer Investitionssumme von rund 30 Millionen Euro schaffen wir zusätzliche Speicherkapazitäten für die effiziente Nutzung erneuerbarer Energie“, erläutert Kelag-Vorstand Reinhard Draxler.

Mehr Speicherkapazität für erneuerbare Energie
Durch die Erweiterung erhöht sich der flexibel abrufbare Energieinhalt des Speichers. Die Bedeutung leistungsfähiger Speicheranlagen wächst mit dem weiteren Ausbau erneuerbarer Energien stetig, da sie einen flexiblen Ausgleich zwischen Stromerzeugung und Strombedarf ermöglichen.

Anschaulich wird die zusätzliche Speicherkapazität im Vergleich zu Batteriespeichern: Um die durch die Erhöhung des Wurtenspeichers geschaffene zusätzliche Energiemenge zu speichern, wären rund zwei Millionen Haushaltsbatteriespeicher mit einer Kapazität von jeweils 5 Kilowattstunden (kWh) erforderlich.

Anspruchsvolle Bauarbeiten im hochalpinen Gelände
Kern des Projekts ist die Erhöhung des bestehenden Steinschüttdammes, der zwischen 1968 und 1971 errichtet wurde. Der Damm wird um rund sieben Meter erhöht, wodurch das Stauziel um
insgesamt 8,5 Meter angehoben werden kann. Dafür wird auf der Luftseite ein zusätzlicher Stützkörper aufgeschüttet und die bestehende Asphaltoberflächendichtung verlängert. Das für die Dammerhöhung benötigte Material wird direkt im Speicherraum im Bereich der Stauwurzel gewonnen. Insgesamt werden rund 230.000 Kubikmeter Schüttmaterial eingebaut.

Mit der Ausführung der Bauarbeiten wurde die STRABAG beauftragt, die ihre langjährige Erfahrung im Anlagen-, Wasser- und Kraftwerksbau in das Projekt einbringt. Die Arbeiten umfassen unter anderem den zentimetergenauen Einbau von 246 Bohrpfählen sowie die Sanierung bestehender Bauwerksstrukturen. Für die Durchführung einzelner Bauabschnitte war eine zweimalige Totalentleerung des Speichersees erforderlich. In insgesamt sechs Baulosen sind rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz.

Reinhard Draxler, Vorstand der Kelag, hebt hervor, dass die Erhöhung des Wurtenspeichers ein äußerst anspruchsvolles Bauvorhaben darstellt: „Die hochalpine Lage, die begrenzten Zufahrtsmöglichkeiten und die Arbeiten an einem bestehenden Speicherbauwerk stellen hohe Anforderungen an Planung, Logistik und Koordination. Umso mehr freut es uns, dass die Bauarbeiten gemeinsam mit unserem Partner STRABAG planmäßig umgesetzt werden. Mit dem Know-how aller Beteiligten gelingt es, dieses bedeutende Infrastrukturprojekt in Kärnten unter herausfordernden Rahmenbedingungen erfolgreich zu realisieren.“

Franz Redl, Vorstandsmitglied der STRABAG AG Österreich, betont: „Leistungsfähige Speichersysteme sind ein Schlüssel für den Erfolg der Energiewende. Gemeinsam mit der Kelag und unserer Erfahrung im Hochgebirgs- und Wasserbau haben wir mit der Erweiterung des Wurtenspeicherdamms den Ausbau einer verlässlichen und nachhaltigen Energieversorgung in der Region vorangetrieben.“

„Durch die Großbaustelle beim Wurtenspeicher werden die stetigen und partnerschaftlichen Bemühungen der Kelag zum nachhaltigen Ausbau der Energiewirtschaft im Mölltal weiter fortgesetzt. Dies sichert nicht nur Arbeitsplätze vor Ort, sondern bringt auch Wertschöpfung für die gesamte Region“, so Kurt Schober, Bürgermeister der Gemeinde Flattach.

Renaturierungsflächen sind Teil des Projekts
Parallel zu den Bauarbeiten werden umfassende naturschutzfachliche Maßnahmen umgesetzt. Für jene Flächen, die künftig durch das erhöhte Stauziel beansprucht werden, werden Ersatzflächen im Gesamtausmaß von rund 4,2 Hektar geschaffen. Dazu gehören unter anderem ein Amphibienbiotop mit einer Fläche von mindestens 1.000 Quadratmetern im Bereich der Stauwurzel sowie weitere Ausgleichsflächen in Flattach und Friesach.
Nach Abschluss der Hauptbauarbeiten im Jahr 2026 werden 2027 noch Restarbeiten sowie Rekultivierungsmaßnahmen durchgeführt.

Projektdaten im Überblick: Erweiterung des Wurtenspeichers
  • Standort: Kraftwerksgruppe Fragant, Innerfragant/Mölltal
  • Baubeginn: Frühjahr 2025, Abschluss der Hauptbauarbeiten: 2026
  • Investitionsvolumen: rund 30 Mio. Euro
  • Speichervolumen bisher: 2,7 Mio. m³
  • Speichervolumen künftig: 5 Mio. m³
  • Erhöhung des Stauziels: 8,5 m
  • Schüttmaterial: ca. 230.000 m³
  • Beschäftigte auf der Baustelle: rund 70 Personen
  • Ersatz- und Ausgleichsflächen: rund 4,2 ha
  • Rekultivierungs- und Restarbeiten: 2027

Der Kelag-Konzern ist einer der führenden Energiedienstleister in Österreich.

Die Konzernunternehmen sind in den Geschäftsfeldern Strom, Gas und Wärme österreichweit tätig, mit dem Schwerpunkt in Kärnten. Das 1923 gegründete Unternehmen hat umfassende Erfahrung im Erzeugen, Beschaffen, Verteilen und Verkaufen von leitungsgebundener Energie. Die Kelag gehört zu den großen Stromerzeugern aus erneuerbarer Energie - Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik - in Österreich. Das Tochterunternehmen Kelag Energie & Wärme ist der größte österreichweit tätige Anbieter von Wärme auf Basis von Biomasse und industrieller Abwärme. Die Kärnten Netz nimmt den Verteilernetzbetrieb für Strom und für Gas in Kärnten wahr. Internationale Aktivitäten in den Geschäftsfeldern Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik sowie der Energiehandel im Ausland sind in der Kelag International gebündelt.

Neben dem Ausbau der Nutzung regenerativer Energieträger im In- und Ausland liegt der Schwerpunkt der Kelag auf Aktivitäten zur nachhaltigen Verbesserung der Energieeffizienz. Dazu zählen beispielsweise Energieeffizienz- oder Energiemanagementlösungen wie Photovoltaik, Smart Metering und Smart Home. Darüber hinaus beschäftigt sich die Kelag mit den strategischen Entwicklungsfeldern E-Mobilität und Breitband/Glasfaser. Mit einem Konzernumsatz von € 1.842 Mio. und 2.147 qualifizierten Beschäftigten zählt der Kelag-Konzern zu den Kärntner Leitbetrieben.
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